Anreisen, Abreisen (2)

Die Insulaner sind an An- und Abreisen gewohnt, ganz besonders im Sommer. 

Manche Menschen kommen mittags hier an, laufen einmal um die Insel herum zur Langen Anna, dann auf dem Rückweg durch die Duty-Free-Shops zurück zum Hafen. Und um 16 Uhr sind sie dann alle wieder weg.

Andere bleiben drei, vier Tage, fahren auch mal zur Düne rüber, die Robben und Seehunde besuchen. 

Dann glauben sie, alles Wichtige gesehen und erlebt zu haben. 1.800 mal 600 Meter Felsen, einmal auf dem längsten Weg außen herum laufen bedeutet fünf Kilometer, was soll da übrig sein? Hmmm…

Manche Gäste bleiben noch etwas länger. 

Und dann geht es doch wieder zurück, zum letzten Boot, das die Passagiere zu den Fährschiffen über setzt.”Macht mal hinne”, grummelt einer der Börteschiffer, “knutschen könnt ihr gleich immer noch.”

Nee, Kollege. Das ist ja das Problem. Ich bleibe hier. 

Dann hebt das letzte Schiff den Anker, eine halbe Stunde später ist die Reede wieder leer und es gibt einen Ort auf dem Felsen, an dem gestern noch jemand war. 

Und diesen Ort trage ich mit mir herum. Musik, bitte.

Anreisen, Abreisen

Die Saison ist in vollem Gang. Mittags grollen die Rollkoffer unter meinem Fenster vorbei.

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Nachmittags ist dann der Spuk wieder vorbei und die Gäste steigen auf die Schiffe um.

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Auf diesem Bild unter Anderen eine sehr sympathische und gut aussehende Frau. Stundenlang haben wir uns sehr phantasievoll unterhalten.

Leider ist sie aber auch fest davon überzeugt, daß Chemtrails eine Weltverschwörung sind.

Och nee.

Örks.

Gewinner

Gestern stand da ein Mann unter meinem Fenster, sah auf und meinte “Ist das nicht der… das… Dingens…”.

Herzlichen Glückwunsch, guter Mann. Sie sind der erste, der es gecheckt hat. (Na gut, vielleicht gab es noch andere, von denen ich nichts mitbekommen habe.)

Anyway, für die immer noch verwirrten: Es ist das Coverbild von “Staring at the sea” von The Cure. Schien ganz passend.

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