Bilderbuch

Heute war wieder einer dieser Tage, die fast schon zu perfekt erscheinen: Strahlender Sonnenschein, gemütliche 24 Grad, gut gelaunte Gäste mit lustigen Kids (die meistens die besten und überraschendsten Fragen stellen).

Vom Festland kommen wieder Nachrichten von nicht enden wollendem Mord und Totschlag: Nizza, Istanbul, Baton Rouge, Würzburg… Und wieder dieses komische Gefühl, als geschehe das Alles in einer anderen Welt.

Warum machen wir diese Dinge? 

Ich kenne niemanden, den ich so sehr hassen würde und keine Belohnung, die solche Gier, Grausamkeit und Dummheit wert wäre.

Aus dem Westen zieht ein Unwetter auf.

There and back again

Letzte Woche war ich mal wieder auf dem Festland, die alten Freunde aus der WG im Ruhrpott besuchen. Wenn Alles glatt läuft, dauert es zehn Stunden, dorthin zu kommen (und Guggumaps kann die Route nur für Fußgänger und Fahrradfahrer berechnen ;-) .

Heul doch, du Nachwuchsinsulaner.

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Meine Leute auf dem Festland sind im Schnitt fünfzehn Jahre jünger als hier auf dem Felsen und haben seit dem letzten Besuch einige Kinder bekommen. Dadurch befaßt man sich auch mit ganz anderen Dingen, von diversen Bespaßungsfaxen bis zum Einkauf von Säuglingsbedarf.

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Ein heißer Tip: Wer von den Kassiererinnen im Drogeriemarkt mal ein sehr wohlwollendes Lächeln geschenkt bekommen möchte, sollte den Einkaufswagen mit Schnullern, Stilleinlagen und Windeln vollstapeln (Kuck, mal, der nette Opa).

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Es gibt – im Vergleich zum Felsen – riesengroße Wohnungen, Küchen mit Backofen und ich kann seit langer Zeit mal wieder ein paar Brote und Kuchen backen. Tadaaa, Süßkartoffelkuchen für Alle! Yippie!

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Dann war die Woche aber schon wieder vorbei und es wurde Zeit für die Rückreise. Dazu muß ich entweder einen Tag früher losfahren und in Cuxhaven übernachten oder – wie dieses Mal – um drei Uhr morgens den Zombie-Zug erreichen.

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Kurz gesagt: Zugverspätung, Anschluß verpaßt, Fähre weg. Die einzige Hoffnung, am Montag pünktlich zur Arbeit zu erscheinen, war der letzte Inselflieger am Sonntagnachmittag.

Ein Hinweis für Alle, die in diese Situation geraten: Sucht gar nicht erst nach einer Verkehrsverbindung zum Flughafen Cuxhaven-Nordholz, habt lieber genug Geld für ca. 30 Minuten Taxifahrt dabei.

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Als ich dann vom Flughafen Helgoland zur Dünenfähre stolperte, die die letzten 800 Meter zum Felsen überbrückt, war ich seit fünfzehn Stunden unterwegs. Ich regte mich nicht mal mehr auf, als ich beim Einsteigen in die Fähre mein Telefon in der Nordsee versenkte. Dachte ich.

Nun also Helgoland im Frühling. Die Welt ist gerade ein wenig weichgezeichnet.

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Außerdem sind in der vergangenen Woche noch diverse Drucker, Router und sonstiger elektronischer Klimbim im Hotel aus dem Takt geraten. Ließ sich aber Alles mit Hausmittelchen beheben.

Bei der letzten Gästeführung kommt plötzlich ein Insulaner zu mir herüber, sagt:

“Willst du nicht mal dein Handy wiederhaben?”

“Aber – aber – aber das ist mir doch ins Meer gefallen?”

“Jo. Und ich bin Angler.”

Dann drückt er mir das Telefon in die Hand und geht weiter, bevor ich mich noch richtig bedanken kann. Das angeblich wasserdichte Handy ist auch wirklich heil geblieben.

Da weiß ich wieder, warum ich immer noch hier bleiben möchte.

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(Aus: Der Helgoländer, 1/2011)

Heile Welt

Der Lieferservice bringt eine Pappe Dosenbölkstoff und wenn man abends nach Hause kommt, steht das Zeugs immer noch da.

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Ich weiß, das beweist eigentlich nix. Aber trotzdem denke ich daran, wie ich beim vorletzten Festlandsbesuch im Cuxhavener Bahnhof mal kurz in den Kiosk ging und mir plötzlich heiß und kalt einfiel, daß ich meinen Rucksack mit allen möglichen Kronjuwelen draußen am Bahnsteig hatte stehen lassen. Nix passiert, uff.

Kinderkaufladen

An der Siemens-Terrasse im Unterland steht ein kleiner roter Tisch mit bemalten Kieselsteinen und Feuersteinen. Die haben zwei Inselkinder gemacht bzw. gesammelt. Daneben steht eine Spardose und der Rest ist Selbstbedienung. Keiner klaut die Spardose und ich vermute aus schierem Optimismus, daß auch niemand Steine mitnimmt, ohne zu bezahlen.

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Cool. Count me in ;-).

Liebe übliche Verdächtige!

Heute ist mein Postfach explodiert ;-).

In den letzten paar Tagen gab es durch den Sturm keine Post und ihr lagt alle noch in einem Container in Cuxhaven. Gestern hatte ich Rücken (argh, #$%&?!!!) und war zu jämmerlich, um zur Post zu laufen.

Ihr seid noch nicht ganz vollzählig, aber ein Trend scheint sich schon abzuzeichnen. Kerzen sind hier ja ganz wichtig, aber ihr seid wichtiger! Hach!

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