Nord-Ost

Meistens kommt der Sturm hier aus Südwesten (der Südwester hat seinen Namen nicht von ungefähr). Auch das Dorf ist so gebaut, daß es dem Wind – so gut es geht – den Rücken zuwendet.

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Dann wird es für kurze Zeit ganz still und das Licht ist seltsam.

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Am nächsten Tag Nord-Ost-Wind, wahlweise aus Norwegen, Grönland oder Island. Brrr. Und der drückt nicht gegen das Küchenfenster, sondern gegen mein Schlafzimmerfenster. Irgendwann ab Windstärke acht geben dann die Dichtungen nach und es wird Zeit, Handtücher auf die Fensterbank zu legen.

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Keine Schiffsverbindung, keine Gäste und ich lese Strindbergs Aus meinem Leben. Ein bißchen skandinavische Schwermut ist ja ganz ok bei diesem Wetter, aber irgendwie hackt er mir zuviel auf seiner Frau herum (die er kurz zuvor etwas holterdipolter hier auf dem Felsen geheiratet hatte). Bastele stattdessen an ein paar Freifunk-Routern herum.

So geht das ein paar Tage, bis dann eines Morgens der Himmel aufreißt und sagt: Was denn? Ich tu doch garnichts.

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Ein Arbeitskollege kommt aus dem Urlaub zurück, erzählt von schwer bewaffneten Polizisten am Bahnhof und daß seine Tasche im Zug zwischen Hamburg und Bremerhaven dreimal durchsucht wurde.

An der Frachthalle gegenüber vom Zollamt die ersten Anzeichen von Weihnachtsbeleuchtung. Ach nee.

Freifunk

Früher (jahaa, früüher ;-) war ich ja mal so ein Computerversteher und redete ungern mit Menschen (die sind so nichtlinear und multivalent). Das hat sich im vergangenen Jahrzehnt etwas geändert.

Letzte Woche war ein Erkundungsteam der Freifunk-Aktivisten hier auf dem Felsen, das war sehr schön und auch ein wenig nostalgisch. Die Idee ist die, dem Dorf ein freies WLAN-Netz zu verpassen, das die SanFranziskaner Stadtverwaltung vor Neid ergrünen läßt. Einen Plan gibt es schon und auch eine Mailingliste: 

http://lists.freifunk.net/mailman/listinfo/helgoland-freifunk.net

Und so könnte das Ganze dann demnächst aussehen:

https://www.google.com/maps/d/viewer?hl=en&authuser=0&mid=zruy_x_E7F1k.kWeVlrt3DDGw

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Aaalso, liebe Kinder, es ist noch etwas zu früh, mit in die Höhe gereckten Schlauphones durch die Hafenstraße zu rennen, aber wir arbeiten daran ;-).

Gähn

Eine Woche wie eine flaue Fotokopie. Der Horizont ist zur Reha und selbst der Regen scheint Dienst nach Vorschrift zu machen.

Ab und zu schaut mal kurz die Sonne vorbei, beschließt, daß es sich nicht lohnt und verschwindet wieder unter der Bettdecke. Manchmal tue ich das Gleiche.

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Morgen kommt wieder ein Sturm. Uff.

Andererseits: Am verangenen Wochendende waren ein paar Jungs & Mädels von Freifunk hier. Könnte also sein, daß der Felsen in naher Zukunft zum WLAN-Paradies wird (-> helgoland.freifunk.net). Stay tuned!