Komische Notizen

In den letzten Tagen hatte ich neben den Gästeführungen auch noch einige verzwickte IT-Probleme zu lösen. Örks.

Früüüher ™ war ich angeblich mal ein ganz doller Experte für dieses Zeugs. Vor ungefähr 11 Jahren habe ich aber beschlossen, doch noch etwas Anständiges zu lernen. Vielleicht sollte ich dann auch etwas Anderes in meinen Lebenslauf reinschreiben, um diese 25 Jahre zuvor zu erklären. Auf der Reeperbahn Klavier gespielt oder so.

Irgendwie ist mein Gedächtnis für die ganzen fitzeligen Details, die man bei solchen Aufgaben im Hinterkopf behalten muss, nicht mehr so gut wie früher. Deswegen blättere ich später in meinem Notizbuch und finde teils sonnenklare, teils äußerst kryptische Einträge Seite an Seite.

Die Entscheidung, welche Seite jetzt zu welcher Kategorie gehört, überlasse ich ganz euch ;-) .

Hier und weg

Sie sind wieder hier. Die Seevögel am Lummenfelsen…

…und bei den Basstölpeln wird geschnäbelt und geposed, was das Zeug hält.

Irgendwie muss ich an mich selbst denken, irgendwann in den Achtzigern in der Disco.

Ein unglaublicher Krawall und zum Glück weht ein frischer Wind, sodass die Duftnote aus Fischstäbchen und Vogelmist, äh, atmosphärisch bleibt.

Zwei Dreizehenmöven sehen sich das Treiben aus einiger Distanz an und kucken ein bisschen wie Tante Else und Onkel Gerd auf Tagestour.

À propos: Die Sommertouris sind auch wieder hier. Die machen andere Geräusche, eher so brabbel-brabbel, roll-roll, wenn sie in Scharen unter meinem Fenster die Hafenstraße entlang pilgern.

Aber im Ernst, der Winter war lang und still und häufig auch düster genug, sodass es eine willkommene Abwechslung ist, wenn mal wieder Leben in die Bude kommt.

Und im Oktober werden wir wieder kurz durchatmen, wenn der Zauber vorbei ist ;-) . Das ist halt auch ein Teil des Helgoländer Jahreszyklus.

Tscha, alle sind sie wieder hier.

Nur Fe ist wieder weg, zurück aufs Festland bis Ende Mai. Also eigentlich kein Grund, mich zum Gedudel alter Fanta 4-Klopper selbst zu bemitleiden.

Aber davor war’s wirklich schöner, allein zu sein.

An der Aade

Gestern hat die Sommersaison offiziell wieder begonnen und in den vergangenen Tagen galt es noch eine ganze Menge Vorbereitungen in letzter Minute zu treffen. Ich merke, dass ich entweder ganz schön verwöhnt bin von der Helgoländer Gangart – oder einfach zwanzig Jahre älter als damals, als gelegentliche Schübe von Holterdipolter im Berufsleben viel normaler erschienen und manchmal sogar richtig toll.

Irgendwie ist dann doch noch alles rechtzeitig fertig geworden und gut über die Bühne gegangen. Und heute fahre ich mit Fe, die zu Besuch hier ist, zur Düne hinüber. 

Morgens schien noch die Sonne und meine Glatze strahlt in lustigem Rot. Ich muss nämlich allmählich aufhören, die sonst allgegenwärtige Mütze zu tragen. Sonst kann ich die den ganzen Sommer nicht mehr abnehmen wegen des Helgoländer Bikinistreifens. Der verläuft allerdings so eher in Höhe der Augenbrauen und aufwärts ;-) .

Inzwischen hat sich der Himmel wieder zugezogen und alles erstrahlt Grau in Grau. Im Ernst. Wahrscheinlich kann man das garnicht fotografieren. Auf den ersten Blick sieht alles grau aus. Aber anders, von innen heraus leuchtend. Ist wie HDR hier , nur ohne HDR, hat mir mal ein Fotograf gesagt. Was immer das bedeuten mag.

Ansonsten passiert erstmal nicht soviel. 

An der Aade setzen wir uns an den groben Kiesstrand, dort, wo die Stürme der vergangenen zehn, zwanzig Jahre auf der Ostseite den Sandstrand fortgerissen haben. 

Die Wellen klingen hier ganz anders, mehr so Ssss-ploff als Rausch-rausch.

Wir gucken und reden und reden und gucken und eine Weile lang passiert wieder nicht viel. 

Dann kriegen wir Besuch.

Normalerweise kommen die Robben nicht an die Aade. Würde ich auch nicht, wenn ich mit dem Bauch über den Strandkies hoppeln müsste.

Aber das hier ist wohl eine Robben-Teeniebratze und Mama hat das schon tau-send-mal erklärt, dass man nicht an die Aade gehen soll. Pah!

Eigentlich gilt die Regel, dass man weggehen soll, wenn die Robben aus Neugier näher kommen. Aber bevor wir unseren Krempel einsammeln können, ist die Bratze schon wieder abgebogen und in den Dünen verschwunden. 

Dann sind wir wohl kurz eingenickt am Strand. Als wir aufwachen, ist es ganz schön frisch geworden und fröstelnd gehen wir am Südstrand zurück zur Fähre.

Was wir geredet haben? Ach je, das Licht, das Wetter, das Kommen und Gehen des Lebens und der Liebe, ob es grausam ist, einem Atheisten zu sagen, dass man den Tod nicht fürchtet. Strandzeugs halt.