Stell dir vor:

Du bist 55 Jahre alt und lebst auf einem winzigen Felsen, weit draußen in der Nordsee.

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Das ist dein Alltag.

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Und das auch.

Wohnraum ist knapp und häufig teilt man sich Wohnungen. Manchmal ist das in unerwarteter Art multikulturell. Man kommt gut zurecht.

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So läuft das hier.

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Unbeeindruckt ziehen die Wolken übers Oberland. Die haben schon ganz andere Sachen gesehen.

There and back again

Letzte Woche war ich mal wieder auf dem Festland, die alten Freunde aus der WG im Ruhrpott besuchen. Wenn Alles glatt läuft, dauert es zehn Stunden, dorthin zu kommen (und Guggumaps kann die Route nur für Fußgänger und Fahrradfahrer berechnen ;-) .

Heul doch, du Nachwuchsinsulaner.

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Meine Leute auf dem Festland sind im Schnitt fünfzehn Jahre jünger als hier auf dem Felsen und haben seit dem letzten Besuch einige Kinder bekommen. Dadurch befaßt man sich auch mit ganz anderen Dingen, von diversen Bespaßungsfaxen bis zum Einkauf von Säuglingsbedarf.

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Ein heißer Tip: Wer von den Kassiererinnen im Drogeriemarkt mal ein sehr wohlwollendes Lächeln geschenkt bekommen möchte, sollte den Einkaufswagen mit Schnullern, Stilleinlagen und Windeln vollstapeln (Kuck, mal, der nette Opa).

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Es gibt – im Vergleich zum Felsen – riesengroße Wohnungen, Küchen mit Backofen und ich kann seit langer Zeit mal wieder ein paar Brote und Kuchen backen. Tadaaa, Süßkartoffelkuchen für Alle! Yippie!

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Dann war die Woche aber schon wieder vorbei und es wurde Zeit für die Rückreise. Dazu muß ich entweder einen Tag früher losfahren und in Cuxhaven übernachten oder – wie dieses Mal – um drei Uhr morgens den Zombie-Zug erreichen.

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Kurz gesagt: Zugverspätung, Anschluß verpaßt, Fähre weg. Die einzige Hoffnung, am Montag pünktlich zur Arbeit zu erscheinen, war der letzte Inselflieger am Sonntagnachmittag.

Ein Hinweis für Alle, die in diese Situation geraten: Sucht gar nicht erst nach einer Verkehrsverbindung zum Flughafen Cuxhaven-Nordholz, habt lieber genug Geld für ca. 30 Minuten Taxifahrt dabei.

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Als ich dann vom Flughafen Helgoland zur Dünenfähre stolperte, die die letzten 800 Meter zum Felsen überbrückt, war ich seit fünfzehn Stunden unterwegs. Ich regte mich nicht mal mehr auf, als ich beim Einsteigen in die Fähre mein Telefon in der Nordsee versenkte. Dachte ich.

Nun also Helgoland im Frühling. Die Welt ist gerade ein wenig weichgezeichnet.

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Außerdem sind in der vergangenen Woche noch diverse Drucker, Router und sonstiger elektronischer Klimbim im Hotel aus dem Takt geraten. Ließ sich aber Alles mit Hausmittelchen beheben.

Bei der letzten Gästeführung kommt plötzlich ein Insulaner zu mir herüber, sagt:

“Willst du nicht mal dein Handy wiederhaben?”

“Aber – aber – aber das ist mir doch ins Meer gefallen?”

“Jo. Und ich bin Angler.”

Dann drückt er mir das Telefon in die Hand und geht weiter, bevor ich mich noch richtig bedanken kann. Das angeblich wasserdichte Handy ist auch wirklich heil geblieben.

Da weiß ich wieder, warum ich immer noch hier bleiben möchte.

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(Aus: Der Helgoländer, 1/2011)

Liebster Award: Antworten

Frau Tinkakartinka hat mich für den Liebster Award nominiert. Kreischpanik!

Und, äh, was für’n Ding?

Der “Liebster Award”:
Der “Liebster Award” wurde ins Leben gerufen, um kleine Blogs mit bis zu 400 Followern etwas bekannter zu machen. Der Leser hat mithilfe eines Interviews die Möglichkeit, ein wenig mehr über den Autor des nominierten Blogs zu erfahren. Dies ist für Neulinge im Blogger-Universum eine nette Idee der Vernetzung.

Wie lauten die Regeln?
Danke der Person, die dich für den “Liebster Award” nominiert hat und verlinke die Adresse dieses Bloggers in deinen Beitrag.

Beantworte die 11 Fragen, die dir der Blogger, der dich nominiert hat, stellt. Nominiere 5 bis 11 weitere Blogger für den “Liebster Award”. Stelle eine neue Liste mit 11 Fragen für deine nominierten Blogger zusammen. Schreibe diese Regeln in deinen “Liebster Award”-Beitrag.

Informiere deine nominierten Blogger über diesen Beitrag, z.B. über einen Kommentar.

Das wird allerdings noch ein bißchen dauern, weil ich die Nominierten zuerst alle per Mail frage, ob Ihnen das überhaupt gefällt.

John Raoul Dombarts eigene Superspezialregel:

Wenn ihr keinen Bock auf solche Sachen habt, tut diesen Beitrag einfach in den passenden Entsorgungsbehälter!

Aber hier erstmal meine Antworten:

1. Was siehst du, wenn du aus dem Fenster guckst? Gerade jetzt?

Den Binnenhafen von Helgoland. Es ist dunkel, im Hafenbecken liegen die Dünenfähre, zwei Börteboote und ein CTV, also ein zwanzig Meter langer Hochseekatamaran, der die Offshore-Leute zur Baustelle der Windparkprojekte hinausbringt. Dahinter die Hotels am Südstrand und über all dem das dreispeichige Lichtrad des Helgoländer Leuchtturms.

2. Was würdest du in der Zeit machen, die du hättest, wenn du nicht bloggst?

Uff. An einer holprigen Kurzgeschichte herummurksen. Nasebohren. Noch mehr an meiner E-Zigarette lutschen. Am Strand sitzen. Was man auf Helgoland halt so macht.

3. Wegen welchem “Blog-Verbrechen” würde dich eine Blog-Polizei einsperren?

Wahrscheinlich dafür, daß ich auf vielen positiven Feedback von anderen Bloglesern und -schreibern nicht reagiere. Vor meinem geistigen Auge sehe ich jetzt einige gnädig nicken.

4. Kennt dein Umfeld deinen Blog oder bloggst du anonym? Und weshalb?

Wenn ich das wüßte! Ursprünglich habe ich das/den Blog angelegt, um meine Familie auf dem Festland auf dem Laufenden zu halten. Ich wollte nicht andauernd Mails mit zwanzig Cc-Adressen versenden.

Ich blogge aber nicht unter dem Namen, der in meinem Personalausweis steht. Der Felsen ist jedoch ziemlich klein und mit wenigen Schlußfolgerungen kann eigentlich jeder wissen, wer da schreibt.

Mein Aliasname ist übrigens schon über 25 Jahre alt und das ist eine soooo laaaange und potentiell langweilige Geschichte, daß ich die einfach mal weglasse. Sagen wir mal, es hat mir immer einen etwas kindischen Spaß bereitet, im Netz mein ganz persönliches Batman-Kostüm zu tragen ;-) .

5. Welche Farben haben deine Socken?

Schwarz. Was für eine Frage! Muß doch zum Rest passen!

6. Was war dir kürzlich richtig Peinlich?

Kürzlich, hm, da verweise ich mal auf Frage Nr. 8.

Und vor etwas längerer Zeit war ich mal sehr begeistert von einer Nachbarin, aber mehr so spirituell. Die hatte dann den Eindruck, daß ich irgendwas Romantisches von ihr will. %&$#?!!!

7. Wann schämst du dich fremd in der Blogwelt?

Eigentlich nie. Manchmal schreiben Blogfolger echt bizarre Sachen und dann eigenschäme ich mich, daß ich mich fremdgeschämt habe.

8. Unter welchen Umständen sollte man nie und nimmer einen Post veröffentlichen?

Wenn man gerade sehr traurig ist oder sehr wütend oder sehr bedröhnt.

9. Rate, welches ist der meist gebrauchte Tag um auf einen Post aufmerksam zu machen? Und welchen gibt es wohl überhaupt nicht?

“MakeMoneyFast”??? Oder irgendein Pornoquatsch?

Und nach so vielen Jahren Internet kann ich mir keinen Tag vorstellen, den es mit Sicherheit nicht gibt. “IchBinEinTotalDooferLügner”?

10. Ich bin die gute Fee und zaubere dir etwas zu Essen. Was hättest du gerne?

Süßkartoffelkuchen!

11. Gib mir mal einen guten Rat. Ich kann ihn dringend gebrauchen:

Liebe deinen Nächsten wie dich selbst (und liebe dich selbst, sonst wird das nix). Ich weiß, das hab ich irgendwo geklaut.