Krawall

Leg dich heute nicht mit mir an, sagt die Nordsee.

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Der Käptn der Passagierfähre hält sich auch dran und bleibt lieber in Cuxhaven.

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Die Wellenhöhe da draußen hat nämlich die Vier-Meter-Marke überschritten. Ich war schon mal bei zwosechzig unterwegs und wer klug ist, bewegt sich dann nicht mehr unnötig als Zweibeiner durchs Schiff. Es sieht zwar sehr uncool aus, wenn man sich mit ausgestreckten Armen von einem Haltegriff zum anderen hangelt, aber meine Nase ist auch so schon krumm genug.

Aber ich lebe ja im Schutzhafen Helgoland, hier ist es vergleichsweise friedlich. Deswegen denke ich auch, ich könnte mal ein paar Fotos an der Westmole machen.

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Nix da, sagt die Nordsee und überschüttet mich mit einem Schwall aus Salzwasser, Sand, Seetang und Will-ich-gar-nicht-wissen. Angeblich ist die Kamera ja wasserdicht. Das war die gute Nachricht.

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Die Sonne schaut kurz hervor, sieht sich das Getöse an und haut wieder ab. Nur die Möwen führen sich auf wie die 5b auf Klassenausflug, denn in dem ganzen Getümmel vergißt das eine oder andere Fischlein mal kurz, in Deckung zu bleiben.

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Ansonsten haben sich dann im Laufe des Tages noch alle alten ADSL-Internet-Verbindungen auf der Insel ins Nirvana verabschiedet, weil die über die Richtfunkstrecke am Sendemast laufen. Bei diesem Wetter wackelt der aber ein wenig.

So hat jeder seine eigenen Probleme im Sturm.

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6 thoughts on “Krawall

    • Tscha, das Problem gibt es hier auch. Die Sandstrände der Düne sind auch zu einem großen Teil künstlich, teils schon im 19. Jahrhundert für die Badegäste angelegt und teils auch, damit die Nazis hier einen rudimentären Militärflughafen etablieren konnten.

      Wenn man die Strände nicht schützt und befestigt, sieht es dann ganz schnell so aus wie an der Aade, also der Ostseite der Düne:

      https://halunder.wordpress.com/2015/10/11/herbstspaziergang-3

      Mit dem Inselfelsen selbst ist widerum eine andere Sache. Der erodiert nicht so schnell.

      Früher nagte die Nordsee da kontinuierlich am Fuß der Steilklippe und schuf die dramatischen Felstore und -pfeiler. Heute, so sagen die Geologen, erodiert die Steilklippe durch die vom Menschen errichteten Uferschutzmauern in der umgekehrten Richtung:

      Das Regenwasser wäscht die Oberkante der Klippe aus und in ein paar Jahrhunderten sieht dann der Felsen eher aus wie ein sanft gerundeter Hügel, weil die Steilklippe nach und nach in ihrem eigenen Schuttkegel versinkt.

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