Festland, Weihnachtsland, Schnupfenland

Ich hatte mir so viel vorgenommen. Aufs Festland wollte ich, hatte eine ganze Liste von Freunden und Verwandten, die ich an Weihnachten besuchen wollte.

Dann haben mich die Armee der Festlandsverschnupften und die Dosenluft in den Waggons der Bahn schon auf der Strecke zwischen Hamburg und Ruhrgebiet zur Strecke gebracht. Bäh.

Seit ich auf dem Felsen lebe, habe ich keinen Schnupfen mehr gehabt. Eine Erkältung bedeutet hier, daß man zu lange in der Kälte gestanden hat und einem die Knochen wehtun. Das läßt sich mit einer Wärmeflasche und lange ausschlafen kurieren.

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Stattdessen habe ich mich von meinen Freunden an diesem Weihnachtsfest so lange wieder aufpäppeln lassen, bis ich zum Ende des Urlaubs wieder einigermaßen transportfähig war.

Cool, solche Freunde zu haben.

Nacht

Den Blick aus meinem Schlafzimmerfenster auf den Binnenhafen habt ihr ja alle schon gefühlte hundertmal gesehen, bei Sonne, bei Regen, mit Menschen oder mit ohne.

Aus der Küche sehe ich aber in der entgegengesetzten Richtung auf die Lagerhallen der Duty-Free-Händler und der Offshore-Leute. Wie alle Neuzugänge wohne ich nämlich bis auf Weiteres im Südhafen.

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Eine Menge Wasser weht in Schwaden vorbei und kann sich nicht entscheiden, ob sie jetzt Regen oder Nebel sein möchte. Brian Eno verbreitet aus dem Küchenlaptop U-Boot-Geräusche. Alles gut.

Strand

Es hat sich bis auf Weiteres ausgestürmt und ich sitze am Nordoststrand. Das ist schließlich das, was anständige Inselbewohner normalerweise den ganzen Tag lang tun ;-) .

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Ich auch. August Strindberg heult weiterhin herum, wie schwer das Leben doch ist. Ein Seehund schwimmt vorbei. Dienstag.

Normal

Habe ich eigentlich schon in den letzten 24 Stunden erwähnt, daß es stürmt?

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Ok, es stürmt, seit zehn Tagen. In der Mitte war ein Tag Pause.

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Sturm ist normal, Sturm ist dein Freund. Er lüftet deine Kajüte durch, ob du nun das Fenster öffnest oder auch nicht. Sturm zeigt dir, welche Dinge im Leben du in Wirklichkeit gar nicht brauchst. Nämlich die, die du draußen länger als 30 Sekunden aus der Hand legst.

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Gestern gab ich bei der Inselführung die Parole aus: Zwei Hände ans Geländer der Oberlandtreppe. Von Schiffsverbindungen ist schon seit Tagen keine Rede mehr. Heute morgen gab es noch zwei Inselflieger, die selbstempfundene VIPs evakuiert haben. Der Rest rollt sich am Heizkörper zusammen. Mehr Strindberg. Aber die OCBs sind bald alle.

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In zehn Tagen will ich aufs Festland reisen. Hmmm, mal sehn…