Lichtblick (Plan C)

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Als Gästeführer sollte man einen Plan haben. Nicht unbedingt, um ihn stur durchzuziehen, sondern um überhaupt einen roten Faden zu haben, von dem man abweichen kann. Die Gäste stellen genug unerwartete Fragen, was irgendwie eine der besten Sachen an dem Job ist (Gibt es einen Leichenwagen auf der Insel? Einen Zahnarzt? Warum eiert das Internet ab Windstärke 10? Wie funktioniert die Müllabfuhr? Wo ist das Rotlichtviertel? Das Kino? Das McD**f?).

Plan A besteht meistens darin, die Gäste am vereinbarten Treffpunkt abzuholen und entlang einer Kreuz- und Quer-Route Fragen zu Geschichte, Gegenwart, Architektur, Schifffahrtszeichen, Seevögeln und und und zu beantworten.

Manchmal geht das aber nicht, weil das Wetter zu schietig ist oder die Gäste schlecht zu Fuß oder oder oder. So einen Termin hatte ich vergangene Woche. Macht nix, ich habe ja einen Plan B, ich habe Photos und Seekarten und Diagramme, Alles, was man für einen virtuellen Spaziergang braucht.

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In der Buchungsinformation stand allerdings nicht drin, daß die Gäste blind sind. Hm, Zeit, sich einen Plan C auszudenken.

Weil aber keine Zeit war, habe ich ein wenig gemogelt und die meiste Zeit die Augen geschlossen gehalten. Glaubt mir, ich habe ziemlich oft richtig coole Gäste, aber so viel Spaß habe ich seit Jahren nicht mehr auf einer Tour gehabt.

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Und außerdem durfte ich mit Zorro, dem Blindenhund kuscheln. Yippie!

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