OFD 71

Der Flughafen Helgoland ist ein relativ ruhiger Ort, für einen Flughafen um so mehr. Am S-Bahnhof Gelsenkirchen-Nord ist meistens mehr los.

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Normalerweise habe ich da nichts zu suchen, heute aber warte ich auf mein Flugzeug. In den nächsten drei Wochen bin ich auf dem Festland, um ein paar alte Freunde wiederzusehen und Recherchen für meine Arbeit im kommenden Sommer zu betreiben.

Der Anflug auf die Helgoländer Piste ist nichts für Anfänger und setzt eine gesonderte Lizenz voraus, denn die Bahn ist nur 480 Meter lang. Und da kommt schon Flug 71 des Ostfriesischen Flug-Dienst, die ‘Emden’.

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Das Boarding ist schnell erledigt: Man stapelt sein Gerümpel auf eine Gepäckkarre und stopft es durch die Ladeklappe in den Stauraum hinter den Sitzen. Dann fädelt man sich nach und nach in die sechs Sitzplätze für die Fluggäste ein. Die Kabine einer Britten-Norman Islander kann man sich ungefähr so vorstellen wie die Stretch-Limo-Version eines klassischen VW-Käfers.

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Es gibt zwar kein Bordkino, aber auch so gibt es genug zu sehen.

Der Käpten schwingt sich in den Pilotensitz und beginnt die Pre-Flight-Prozedur: “Moin moin, herzlich willkommen an Bord. Schwimmwesten sind unter den Sitzen und in 20 Minuten sind wir in Bremerhaven. Oder 25 und dann paßt das.”

(Irgendwie finde ich das beruhigender als das Bordbegleiter-Gehampel in den diversen Airbussen.)

Dann startet er die Motoren, und dreht die Nase der ‘Emden’ Richtung Nordwest.

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Es wird ein wenig laut und das Ende der Startbahn ist prima zu erkennen. Der Strandhafer in den Dünen wiegt sich pittoresk im Wind und kommt immer näher, dann gibt es einen kleinen Ruck und wir sind in der Luft. Eine Großfamilie von Kegelrobben schaut zu uns rauf und formuliert schon mal einen Beschwerdebrief an die Gemeindeverwaltung.

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Dann: Wasser. Nordsee. Meer. Mehr Meer.

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Eine Viertelstunde später kommt schon das Festland in Sicht. Ich habe seit sieben Monaten nicht mehr soviel trockenes Land gesehen.

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Der Containerhafen in Bremerhaven sieht aus wie Goliaths Legokiste.

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Es wackelt ein bißchen, dann setzt die ‘Emden’ mit einem sanften Plumps auf.

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Das Entladen verläuft ähnlich zwanglos wie das Boarding. Heute will auch niemand wissen, wieviel zollfreie Schprittuosen wir dabei haben.

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Vor dem Flughafengebäude gehe ich am Taxistand vorbei und sehe mich um. Komisch siehts hier aus. Landstraße. Begrenzungspfosten. Autos. Überall Festland.

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Ich laufe die fünf Kilometer zum Bahnhof zu Fuß.

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