Zuhause

Offiziell sind die Feiertage vorbei, der Sturm hat abgeflaut und es kommen wieder Fährschiffe mit Gästen auf die Insel.

Es gab dem Hörensagen nach ein paar langgezogene kollegiale Trinkfeste, aber ich habe gepaßt. In den Achtzigern fand ich das cool, aber heute nicht mehr so. Das trifft sich gut, denn gut dreißig Jahre später wäre die Rekonvaleszenz-Phase doch schmerzhaft lang. Und das mit dem “Stihille Nacht…” kann man ja auch mal ganz wörtlich nehmen.

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Also bin ich den größten Teil meiner Freizeit über zu Hause. Zuhause stellt sich hier als eine Art sehr geräumiger Schiffskajüte dar (plus dem Raum in meinem Kopf, den Welten in Büchern und auf diversen Festplatten und Flash-Speichern). Ein Umzug ist etwas komplizierter als sonst, denn du kannst dein Gerümpel nicht einfach selbst in einen Mietwagen laden. Der Wohnraum auf der Insel ist absurd teuer und ohne Hilfe des Arbeitgebers nahezu unbezahlbar. Das liegt größtenteils daran, daß die wirklich schönen Häuser zwar im Winter leer stehen, aber trotzdem als Sommer-Ferienwohnungen reserviert bleiben. 

Meine Möbel und kistenweise Zeugs sind immer noch in einem Keller auf dem Festland und nach einem guten halben Jahr frage ich mich allmählich, wozu ich sie früher überhaupt gebraucht habe. Tisch, Stuhl, Bett, Badezimmer und Küche. Ein paar Bücher, Schreibutensilien und eigentlich ist Alles da.

Tütenmilch für den Kaffee ist allerdings gerade ausgegangen und morgen ist Sonntag. Hmpf.

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